Fliegerhorst Eggebek

Der Flugplatz, erbaut ab 1938 zur Zeit des Dritten Reichs, diente nach seiner Fertigstellung im Juli 1941 als Fliegerhorst der Luftwaffe.

Eggebek war ein Feldflugplatz und diente als Drehscheibe für den Nachschub ins besetzte Norwegen und für Feindflüge über die Nordsee in den Norden des Vereinigten Königreiches.

Auch zu Trainingszwecken wurde er oft angeflogen.

Am 22. April 1945 wurde der Platz von der Royal Air Force (RAF) angegriffen. Eggebek war einer der letzten verbliebenen Fliegerhorste des Deutschen Reiches.

Bei Waffenstillstand befanden sich die Reste verschiedener Einheiten am Platz, deren Heimathorste inzwischen von den Alliierten besetzt worden waren.

Hierzu zählten u.a. Ju-352-Transporter, die zuvor in Grossenbrode lagen. Die RAF demilitarisierte die Anlagen in den beiden ersten Nachkriegsjahren.

Der Bau eines neuen Flugplatzes begann 1959 in der Nähe des früheren Flugfeldes.

Erster Nutzer nach der feierlichen Indienststellung durch Verteidigungsminister Strauß am 11. November 1960 war die neu aufgestellte Luftwaffe der Bundeswehr, die ihn zwischen November 1960 und Oktober 1964 als Heimathorst des mit RF-84F Thunderflash ausgerüsteten Aufklärungsgeschwaders 52 (AG 52) nutzte.

Wie in dieser Zeit üblich existierte neben dem eigentlichen Flugplatz aus Sicherheitsgründen in einigen Kilometern Entfernung ein weiterer Geschwader-Standort, im Falle Eggebeks befand dieser sich in Tarp.

Nachdem das AG 52 zum Fliegerhorst Leck verlegt worden war, übernahmen die Marineflieger den Platz.

Eggebek/Tarp wurde Standort des Marinefliegergeschwaders 2.

Das MFG 2 war zunächst zwei Jahrzehnte mit der F/RF/TF-104G ausgerüstet. Erst in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre endete der Flugbetrieb mit der "104". Das MFG 2 war einer der letzten Einsatzverbände dieses Flugzeugtyps in der Bundeswehr bzw. überhaupt im Norden des NATO-Territoriums.

In den beiden folgenden Jahrzehnten stand der Tornado im Dienst des MFG 2, das im Ende 2005, fünfzehn Jahre nach der Wiedervereinigung aufgelöst wurde.

Damit endete auch der Flugbetrieb in Eggebek.

Heute wird das Gelände als Solarpark und Gewerbegebiet genutzt.


1947 Sprengung des ersten Flugplatzes

1959 Neubau des NATO-Flugplatzes

1960 Übernahme durch die Luftwaffe (AG 52)

1960 Erste Landung einer RF 84

1960 Indienststellung durch Verteidigungsminister F.J. Strauß

1963 Abschluss Bauarbeiten Basis/U-Bereich

1964 Vorkommando des MFG 2 bereitet Übernahme des Platzes vor

1965 MFG 2 übernimmt den Flugplatz

1965 Erste Landung F-104 G

1965 Letzte Landung „SEAHAWK“

1969 Letzte Landung „FOUGA MAGISTER“

1973 Letzte Landung einer eigenen Piaggio

1971 – 1973 Bau der Flugzeugschutzbauten

1983 Baumaßnahmen für „Tornado“

1994 Im Bereich Marineflugplatz Eggebek wurden 13 000 Bäume als Lärmschutz gepflanzt.



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